Gesine Meerwein ist 45 Jahre alt.
Sie lebt mit unberechenbaren Schmerzschüben und mit der Diagnose „schnellwachsende Metastasen“.
Fast vier Jahre lang rechnet sie damit, bald sterben zu müssen. Offen
und eigenwillig setzt sie sich mit Tod und Bestattung auseinander.
Sie bindet ihr Freundinnennetz und ihre Familie in diesen intensiven Prozess ein.
Als die Dreharbeiten für den Film beginnen, weiß niemand, dass es jetzt tatsächlich die letzten drei Monate ihres Lebens sind.
In weiten Teilen unserer Gesellschaft ist der Umgang mit Sterbenden und Toten von Angst und Unsicherheit geprägt.
Viele Menschen haben noch nie einen Sterbeprozess begleitet und einen Toten „live“ gesehen oder berührt. Oft wird der Tod von Angehörigen und nahestehenden Menschen an Kliniken und Bestattungsunternehmen delegiert und dann bürokratisiert und institutionalisiert erlebt.
Das Schweigen über den möglichen Tod verzögert es, Entscheidungen über Therapien oder eine palliative Versorgung zu treffen und erschwert die Möglichkeit, Wünsche für die Gestaltung des eigenen Abschieds zu äußern.
Das kann Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen haben und es für alle Beteiligten erschweren, einen liebevollen und selbstbestimmten Abschied von einander zu erleben.
Der Film dauert 51 Minuten, hatte im Oktober 2007 Premiere und wird nun bundesweit in Kommunalen- und Programmkinos z.B. in Zusammenarbeit mit lokalen Selbsthilfe- und Hospizgruppen, mit Frauen-, Kultur- und Gesundheitsprojekten gezeigt. Er wird bald auch als DVD z.B. für Gruppen und Initiativen, (Krebs-) Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen und (Krankenpflege-) Schulen zugänglich sein.
Anfragen für Veranstaltungen und DVD-Bestellungen unter: info [at] lebenskuenstlerinnen [dot] de
Der Flyer zum Film als PDF-Download: http://www.lebenskuenstlerinnen.de/daten/bilder_die_bleiben.pdf
Das Sterben eines Menschen filmisch zu begleiten ist immer ein Wagnis. Es werden höchst intime Momente im Leben eines Menschen öffentlich und für alle anschaubar. Gesine Meerwein wollte das. Ihre Freundinnen sollten sie in den letzten Monaten begleiten und dies mit der Kamera dokumentieren. Ihr ausdrücklicher Wunsch war es, damit selbst zu einer offenen und selbstbestimmten Kultur des Abschiednehmens beizutragen.
In jedem Moment des Filmes ist spürbar, dass die Autorinnen des Filmes eine sehr tiefe Beziehung zu Gesine haben und ihren Weg und den ihrer Angehörigen und Freunde sehr einfühlsam, achtsam und voller Respekt dokumentieren. So bleibt dem Betrachter genügend Raum seine eigenen Gefühle wahrzunehmen und von dem Geschehen berühren zu lassen.
Dieser authentische Film über ‚ein Sterben' lädt ein, ins Gespräch zu kommen: über das eigen Sterben, über die Gefühle, die mit Abschied von geliebten Menschen verbunden sind, über die Wünsche an die Menschen, die den letzten Weg - hoffentlich - mitgehen. Er braucht auch dieses Gespräch danach. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man im Laufe des Filmes mit den Gesine und ihren Freunden mitfühlt und dann nach dem Abspann etwas allein dasteht.
Für alle Menschen, die noch nie einen Sterbeprozess so intensiv begleiten durften, ist dieser Film unbedingt empfehlenswert, weil er Mut macht.
Bernhard Bayer, LAG Hospiz Baden-Württemberg e.V.